Häufige Fehldiagnosen aufgrund unspezifischer Symptome

Eine Infektion mit Meningokokken kann innerhalb von 24 Stunden tödlich enden. Besonders betroffen sind Säuglinge sowie Kleinkinder und Jugendliche. Aufgrund der unspezifischen, grippeähnlichen Symptome wird eine Erkrankung oft zu spät erkannt. Meningokokken-Bakterien übertragen sich als Tröpfchen von Mensch zu Mensch, etwa beim Atmen, Husten, Niesen oder Küssen. Etwa jeder Zehnte trägt die Erreger – ohne es zu wissen – im Nasen-Rachen-Raum. „Dabei besteht die Möglichkeit, Säuglinge oder Kleinkinder anzustecken. Ihr Immunsystem ist noch nicht ausgereift und besonders anfällig für Infektionen“, so der Kinderarzt Dr. Stephan von Landwüst aus Leverkusen. Aus einer Ansteckung mit Meningokokken kann eine Meningitis oder eine Sepsis resultieren.

 

Fehldiagnosen aufgrund unspezifischer Symptome

Die ersten Symptome bei einer Infektion treten nach etwa drei bis vier Tagen auf. Dr. von Landwüst erklärt: „In vielen Fällen kommt es zu Nackensteifheit, Krampfanfällen, Fieber, Lichtempfindlichkeit, Müdigkeit und Benommenheit. Meist reagieren Säuglinge teilnahmslos oder unruhig, verweigern die Nahrungsaufnahme und sind berührungsempfindlich.“ Manchmal zeige sich eine vorgewölbte oder harte Fontanelle. Auch Nierenversagen, Hirnschäden oder Gehörverlust seien möglich.

 

Kinder durch Impfung schützen

„Am besten schützt man seine Kinder durch eine Impfung“, rät Kinderarzt Dr. von Landwüst. Insgesamt gibt es zwölf verschiedene Unterstämme von Meningokokken-Bakterien.  In Deutschland können Eltern ihre Kinder gegen die am häufigsten vorkommenden Serogruppen impfen lassen. Seitens der Ständigen Impfkommission (STIKO) wird derzeit eine Impfung gegen Meningokokken C für alle Kinder ab dem zwölften Lebensmonat empfohlen. Zu einer Impfung gegen Meningokokken B wird allen Personen mit eingeschränkter Immunfunktion geraten, aber auch Menschen, die in engen Kontakt mit einem Meningokokken-Erkrankten kommen. Für die nur selten vorkommenden Serogruppen A, W135 oder Y gibt es eine Impfempfehlung, falls eine gesundheitliche Gefährdung vorliegt, zum Beispiel bei Reisen in Risikogebiete(djd).

 

Was tun bei Verdacht auf eine Meningokokken-Infektion?

(djd). Bei ersten Anzeichen einer Ansteckung mit Meningokokken sollten Eltern mit ihren Kindern sofort ein Krankenhaus aufsuchen. Dort müssen Kinder unbedingt mit einem Antibiotikum behandelt werden. Nach einer erfolgreichen Therapie besteht nach 24 Stunden keine Ansteckungsgefahr mehr. Wichtig ist: Den besten Schutz vor einer Meningokokken-Infektion stellt eine zeitgerechte Impfung dar.

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.